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Glossar Innenraumschadstoffe |
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In unserem Glossar finden Sie Kurzinformationen zu gängigen Innenraum-Schadstoffen. Bitte geben Sie den Namen des gesuchten Schadstoffs hier ein:AldehydeÜberwiegend leichtflüchtige Kohlenwasserstoffe, z.B. Formaldehyd, Acetaldehyd, Hexanal; Vorkommen in Preßspan (Formaldehyd); als Abbauprodukt von Naturölen in Linoleum, Oberflächenbehandlungsmittel, Farben und Lacken (Leitkomponente: Hexanal); Textilimprägnierung; Aldehyde stellen meist geruchsintensive und z.T. schleimhautreizende Substanzen dar. Gesundheitliche Auswirkungen wie Augen- und Atemwegsreizungen, Husten, Kopfschmerzen, (bei Geruchsbelästigung) Benommenheit. Weitere Informationen finden Sie in unserer Studie zu Aldehydbelastung in Innenräumen. AllergeneAllergien und Asthma zählen mit steigender Tendenz zu den
häufigsten Krankheiten in vielen Teilen der Welt. Die Wahrscheinlichkeit
für die Ausbildung einer Allergie im Kindesalter steigt mit der
elterlichen Veranlagung. Wenn beide Elternteile zu Allergien neigen
beträgt die Wahrscheinlichkeit ca. 60-100% für die Ausbildung
einer Allergie des Kindes. Daneben erhöht sich diese Wahrscheinlichkeit
mit zunehmender Exposition gegenüber Allergenen. Zu den wichtigsten
Auslösern für Allergien und Asthma zählt die Allergen-Belastung
des Hausstaubes durch Hausstaubmilben, Hunde, Katzen oder auch Küchenschaben.
Deshalb ist die wohnraumhygienische Überwachung des Allergengehaltes
im Hausstaub für die umfassende Gesundheitsvorsorge unabdingbar.
AsbestAnorganische, Benzo[a]pyren (BaP)Eines der am längsten bekannten und bestuntersuchten Karzinogene.
Es wird u.a. für den Zusammenhang zwischen dem Rauchen von Zigaretten
und dem Auftreten von Lungekrebs verantwortlich gemacht. Auch Leitkomponente
der polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK).
In Zusammenhang mit teeölhaltigen Parkettklebern als bedeutender
Innenraumschadstoff bekannt geworden. Unter Annahme des für Steinkohlenteer
typischen Konzentrationsmusters der einzelnen PAK-Komponenten kann durch
die alleinige Bestimmung von BaP z.B. in einem teerhaltigen Parkettkleber
auf die Gesamt- Bisphenol AEin BleiBlei ist ein bläulich-graues, weiches und dehnbares Schwermetall
(chemisches Symbol Pb) und im Innenraum in teilweise hohen
Konzentrationen im Hausstaub nachzuweisen. Besonders für Kinder
stellt die Blei-Aufnahme über den Hausstaub noch vor dem Trinkwasser
(insbesondere bei Wasserleitungen aus Blei) den zweitwichtigsten
Expositionspfad dar - nur über die Nahrung wird ein noch größerer
Anteil der Tagesdosis aufgenommen. Da sich trotz der Verminderung der
CamphechlorSiehe Toxaphen CarbolineumÖliges, wasserunlösliches, brennbares, braunrotes und
teerig riechendes Gemisch aus Steinkohlenteer-Bestandteilen.
Enthält u.a. Naphthalin, Acenaphthen, Fluoren, Phenanthren, Anthracen,
Fluoranthen, Pyren, Benzo[a]anthracen, Chrysen, Phenole, Kresole,
Chinoline usw.. Verwendung als konservierendes Anstrichmittel für
Eisenbahnschwellen, Telegraphenstangen, Pfähle, Mauern etc., sowie
für Balken in Innenräumen. Die Anwendung in Innenräumen
ist allerdings seit 1978 nicht mehr zulässig. Carbolineum ist stark
hautreizend und bei längerer Einwirkung krebserregend. Die Dämpfe
reizen die Atemwege. ChloranisoleIn Reinsubstanz feste Verbindungen, die in die Raumluft abgegeben
teilweise sehr geruchsintensiv sein können. Verbindung mit der
niedrigsten Geruchsschwelle: 2,4,6-Trichloranisol (TCA) (2
ng/m³). Hauptsächlich Chloranisole verursachen den Korkgeschmack
in Wein, werden seit kurzer Zeit aber auch mit dem muffig-schimmeligen
Fertighausgeruch in Verbindung gebracht, der bei Fertighäusern
älterer Baurart auftreten kann. Durch die ähnlichkeit des
Aromas mit dem von Schimmelpilz befallenen Räumen kann fälschlicherweise
ein Schimmelpilzschaden vermutet werden. ChlordanInsektizid zur Bekämpfung von Bodenschädlingen, vereinzelt auch Anwendung im Innenraum. Reichert sich im Körperfett von Warmblütern an und ist in Deutschland als Biozid nicht mehr zugelassen. ChlorparaffineKurz- bis langkettige Paraffine (verzweigte und unverzweigte Kohlenwasserstoffe; Alkane) mit einem Chlorierungsgrad von 15-70%. Verwendung u.a. als Flammschutzmittel, Weichmacher für PVC und Lackrohstoffe, als Anstrichmittel und in Schmierflüssigkeiten und Metallbearbeitungsölen. Durch ihre schlechte Abbaubarkeit sind sie mittlerweile in allen Umweltbereichen (Wasser, Boden, Tiere, menschl. Fettgewebe) in Spuren nachweisbar und auch als Innenraumschadstoff weit verbreitet. Kurzkettige Vertreter (10-13 Kohlenstoffa-tome, 58% chloriert) stehen im Verdacht, Tumorwachstum zu fördern. Deren Verwendung in der metallverarbeitenden Industrie und zum Fetten von Leder wurde in der EU 2002 verboten. Verbleibende Verwendungen werden von der EU zur Zeit geprüft. Coplanare PCBsiehe Koplanare PCB DDTBitte lesen Sie hierzu unser ausführliches
INFO Blatt zu DDT. DEHP (Di-2-ethylhexylphthalat)DEHP gehört zu der Gruppe der Phthalate und wird in großen
Mengen als Weichmacher für Kunststoffe eingesetzt (siehe Weichmacher
für Produktbeispiele). DEHP ist einer der meist verbreiteten
Innenraumschadstoffe. Die akute Giftigkeit von DEHP ist gering und die
Substanz ist nicht als erbgutschädigend eingestuft. DesinfektionsmittelDurch einen erhöhten Einsatz von Desinfektionsmitteln kann
das menschliche Immunsystem beeinträchtigt werden. Es können
sich auch resistente Keime im Wohnbereich entwickeln, deren Bekämpfung
im Erkrankungsfalle erschwert würde. Das antimikrobiell wirksame
Triclosan (internationaler Freiname) kann mit "Dioxinen"
verunreinigt sein. Dibenzodioxine / Dibenzofurane ("Dioxine")Polychlorierte Dibenzodioxine / Polychlorierte Dibenzofurane ("Dioxine") sind schwerflüchtige Organo-Chlor-Verbindungen, die bei unvollständiger Verbrennung chlorierter Verbindungen (z.B. PVC) bzw. in Herstellungsprozessen als unerwünschtes Nebenprodukt entstehen. Sie sind extrem toxisch und wirken darüber hinaus vermutlich als nicht genotoxisches Karzinogen. Die Toxizität des 2,3,7,8-Tetrachlordibenzo[1,4]dioxin (2,3,7,8-TCDD) ("Seveso-Gift" und toxischster Vertreter der PCDD) dient als Referenzwert, die Toxizitäten der im Vergleich weniger toxischen Kongenere werden als 2,3,7,8-TCDD-TE-Werte (Toxizitäts-Äquivalente) angegeben. DichlofluanidSchwerflüchtige Organo-Chlor-Verbindung; als PCP-Ersatzstoff v.a. in Holzschutzmitteln im Innenraum eingesetzt; mögliche Schädigungen des Nerven- und Immunsystems bei Aufnahme über die Atmung. DioxinSiehe Dibenzodioxine / Dibenzofurane. Endokrine DisruptorenSubstanzen mir hormonaler, oftmals östrogener Aktivität. Sie stehen im Verdacht, das intern geregelte Hormonsystem im menschlichen Körper (aber auch aller anderen Wirbeltiere) von außen zu beeinflussen und gesundheitliche Störungen hervorzurufen. Potenziell hormonell wirkende Stoffe sind z.B. PCB, Nonylphenole, Bisphenol A, Dioxine und Fungizide, Herbizide und Insektizide (vor allem DDT). Alles Stoffe, die als Innenraumschadstoffe weit verbreitet sind. ETS (Environmental Tobacco Smoke)Sammelbezeichnung für Passivrauch-Belastung. Als Leitparameter
für ETS gelten Nicotin und Cotinin, die in der Raumluft und im
Hausstaub gemessen werden können, sowie aromatische Amine wie Anilin
und Toluidin, deren Messung in der Raumluft erfolgt. Aromatische Amine
sind als krebserzeugend eingestuft. Sie liegen im sog. Nebenstromrauch
(= Passivrauch) in EulanSiehe PCSD / PCAD FettsäurenDie aus der Ernährungsberatung bekannten Fettsäuren
sind chemische Bausteine von Fetten und Ölen. Im Innenraum werden
sie meist als trocknende Öle bei Versiegelung von Oberflächen
eingesetzt. Beim Abbau dieser Verbindungen entstehen u.a. Aldehyde und
niedere Fettsäuren, die oft sehr unangenehm riechen und zu gesundheitlichen
Beeinträchtigungen wie Reizerscheinungen führen können. Flammschutzmittel, BromierteEinsatz als Flammschutzmittel in Kunststoffen oder Anstrichen. Toxikologische Daten sind unzureichend. Am besten sind die Polybromierten Diphenylether (PBDE) erforscht, die als Innenraumschadstoffe am häufigsten im Hausstaub nachzuweisen sind. PBDE sind eindeutig leberschädigend. Diskutiert wird ein entwicklungsschädigendes Potenzial gegenüber dem Gehirn sowie die Möglichkeit der Fruchtschädigung im Mutterleib. Flammschutzmittel, TRIS-PhosphatischeVerwendung in verschiedenen Einrichtungs- und Baumaterialien (z.B. Holz, Teppiche, Farben, Flammschotts, Tapeten, Schaumstoffe und Matratzen, Montageschäume), auch als Weichmacher. Für den Menschen liegen keine abschließenden Aussagen zu gesundheitlichen Auswirkungen vor. Zu den beobachteten Auswirkungen beim Menschen zählen Sensibilisierung, akute Reizerscheinungen der Haut und der Schleimhäute sowie neurotoxische Effekte wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Geschmacksverlust und Lähmungen. Bei Ratten wurden neurotoxische und krebserzeugende Wirkungen festgestellt. Einige trisphoisphatische Flammschutzmittel sind als Innenraumschadstoffe weit verbreitet. Flüchtige organische Kohlenwasserstoffe (VOC)Große Gruppe unterschiedlicher Kohlenwasserstoffe wie Aliphaten
(u.a. Heptan, Decan) , Aromaten (u.a. Benzol, Toluol),
Chlorierte Kohlenwasserstoffe (u.a. TRI, PER), Terpene (u.a.
Limonen, Pinen), Carbonyle (u.a. Aldehyde, Ketone), Alkohole,
Glykole, Säuren und Ester; häufige Verwendung als Lösemittel
in Farben und Lacken, Teppichböden, Möbel u.a..Gesundheitliche
Auswirkungen: Kopfschmerzen, Benommenheit, Übelkeit, Reizungen
der Atemwege; z.T. starke Geruchsbelästigungen. VOC gelten als
klassische Innenraumschadstoffe bei der Beurteilung der Raumluftqualität.
FoggingMit dem Begriff "Fogging" wird die plötzliche Schwarzfärbung
von Wand- und Deckenflächen durch Staubniederschlag in Wohnungen
beschrieben. FormaldehydVertreter aus der Klasse der Aldehyde. Einer der weitverbreitetsten
Innenraumschadstoffe. Vorkommen in Pressspan, Holzwerkstoffen, Holzleim,
als Imprägnier- und Desinfektionsmittel (z.B. in Textilien,
Vorhängen, Vliesstoffen, Reinigungsmittel, Kosmetika). Gesundheitliche
Auswirkungen: Reizungen der Augen- und Atemwegsschleimhäute, Kopfschmerzen,
Sensibilisierung, von der WHO als krebserregend für den Menschen
eingestuft. GeruchsstoffeHier mehr zum Thema Riechstoffe
im Innenraum, Hautsensibilisierende StoffeHier mehr zum Thema Hautsensibilisierende
Stoffe im Innenraum, IsocyanateMonomere Ausgangssubstanzen für die Herstellung z.B. von Polyurethan-Hartschäumen Verwendung als Montageschäume, aber auch Lacke und Versiegelungen; Gesundheitliche Auswirkungen: Reizungen der Augen- und Atemwegsschleimhäute, Kopfschmerzen, sensibilisierend. IsothiazoloneSynonym: Isothiazolinone. KBE (Koloniebildende Einheiten)Keimfähige mikrobiologische Zellen (Schimmelpilzsporen,
Bakterienzellen), die auf Nährböden anwachsen und dort
mit dem bloßen Auge sichtbare und damit zählbare Kolonien
bilden. Einheit der Keimzahl eines Mediums. KohlendioxidFarbloses, geruchloses, unbrennbares Gas. Schlüsselverbindung
im Kohlenstoffkreislauf der Natur: Von Pflanzen wird Kohlendioxid zusammen
mit Wasser mit Hilfe der Sonnenenergie (Photosynthese) in
energiereichere Kohlenhydrate überführt - dabei wird Sauerstoff
frei. Die Kohlenhydrate werden von tierischen Organismen aufgenommen
und im Stoffwechsel als Energielieferant verwendet. Dabei werden sie
wieder zu Wasser und Kohlendioxid abgebaut, und das Kohlendioxid wird
durch die Atmung an die Außenluft abgegeben. In geschlossenen
Räumen, in denen sich viele Menschen aufhalten, kann es deshalb
zu stark erhöhten Kohlendioxid-Konzentrationen kommen. Koplanare PCBKoplanare PCB sind in PCB-Gemischen mit hohem Chlorierungsgrad
enthalten. Koplanare PCB sind dioxinähnliche Verbindungen. Ihre
Giftigkeit kann deshalb analog zum Verfahren bei Dioxin- und Furangemischen
in Toxizitäts-Equivalenten des 2,3,7,8-TCDD ("Seveso-Dioxin")
ausgedrückt und bewertet werden. Künstliche Mineralfasern (KMF)Gruppe unterschiedlicher, künstlich hergestellter Fasern
(z.B. Glasfasern, Keramikfasern, Steinwolle); Vorkommen als
Dämmaterial, Akustik-Deckenplatten; Vertreter der KMF stehen im
Verdacht, krebserzeugend zu sein. LindanSiehe PCP MVOC (Microbial Volatile Organic Compounds)Mikrobiologisch erzeugte flüchtige organische Verbindungen. Werden als Stoffwechselprodukte z.B. von Schimmelpilzen abgegeben. Dazu zählen Stoffe aus Substanzklassen wie Alkanole, Aldehyde, Ketone, Ether, Terpene, aromatische Verbindungen und Schwefelverbindungen. Indikator für verdeckten Schimmelpilzbefall. NaphthalinGeruchsintensive Substanz ("Mottenpulver") und wichtiger Ausgangsstoff für die Herstellung von Farbstoffen, Gerbstoffen, Insektiziden und Pharmaka. Hauptwirkstoff von Mottenpulver/-kugeln, in denen es als Atemgiftstoff zu Insektenabwehr eingesetzt wird. Nikotin / CotininBestandteil des Zigaretten- und Zigarrenrauchs; Messung erfolgt
in der Raumluft und im Hausstaub im Rahmen des Nichtraucherschutzes
(Passivrauch-Parameter). Nitro-Moschus-VerbindungenWerden als Duftstoffe in Parfüms und Kosmetika eingesetzt.
Es sind langlebige Substanzen und reichern sich im menschlichen Organismus
an. Im Tierversuch zeigen sie bei chronischer Belastung entwicklungs-
und leberschädigende Wirkungen. Für Menschen mit NonylphenolVerwendung in der Herstellung von Tensiden, Emulgatoren, Antioxidanzien, Fungiziden, Bakteriziden, PVC und Polystyrol. Besitzt leicht phenolischen Geruch, auch Abbauprodukt von Tensiden (Ethoxylaten). Hormonell wirksame Substanz (endokrine Disruptoren). Organo-Zinn-VerbindungenTributylzinn (TBT) kann neben anderen organischen Zinn-Verbindungen
als technische Verunreinigung in PVC enthalten sein. Für Organo-Zinn-Verbindungen
werden neben toxischen Effekten auf das Immunsystem, das Nervensystem
und die Leber insbesondere auch hormonähnliche Wirkungen diskutiert
(endokrine Disruptoren). Organo-Chlor-PestizideGelten als langlebige, hochgiftige Umweltchemikalien (persistent, bioakkumulativ und toxisch, sogenannte PBT-Substanzen). Sie sind teilweise auch in Innenräumen weit verbreitet und reichern sich im menschlichen Körper an. In dieser Gruppe befinden sich neben typischen Holzschutzmitteln sowie Insektiziden zum Schutz von Schurwolle gegen Mottenfraß auch Pestizide unterschiedlichster Einsatzgebiete. Einige von Ihnen sind schon lange mit Produktions- und / oder Anwendungsverboten belegt und befinden sich noch immer in beachtlichen Konzentrationen im Hausstaub. OrthochlorkresolSynonyme: 4-Chlor-3-methylphenol, 4-Chlor-m-kresol, p-Chlor-m-kresol
(PCMC),o-Chlorkresol. PAK (Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe)Mittel- bis schwerflüchtige Kohlenwasserstoffe; Entstehungsprodukt
unvollständiger Verbrennung und Bestandteil z.B. von Teer. Vorkommen
besonders in teerpechhaltigen Parkettklebern bis in die 80er Jahre.
Leitsubstanz von PAK in Umweltmedien wie Boden, Wasser oder Hausstaub
ist das Benzo[a]pyren (BaP). Einige Verbindungen
der PAK sind als krebserregend eingestuft. PCB (Polychlorierte Biphenyle)Gruppe schwerflüchtiger Organo-Chlor-Verbindungen und als
Innenraumschadstoff weit verbreitet. PCBs wurden vorwiegend in den 60er
bis 70er Jahren als Weichmacher und Flammschutzmittel in Farben, Lacken,
dauerelastischen Dichtungsmassen, in Kondensatoren als Dielektrikum,
z.T auch in Preßspan-Furnieren eingesetzt. PCB sind langlebige
Substanzen und reichern sich im menschlichen Organismus an. In der BRD
ist ihre Anwendung in offenen Systemen seit 1978 untersagt. PCDD / PCDFSiehe Dibenzodioxine / Dibenzofurane. PCP (Pentachlorphenol)/ LindanSchwerflüchtige Organo-Chlor-Verbindungen; Vorkommen von PCP als pilzwidriger Wirkstoff (Fungizid) in Holzschutzmittel, Leder, Schwertextilien wie Zeltplanen, selten in Teppichböden oder Linoleum; Vorkommen von Lindan zur Insektenvernichtung in Holzschutzmittel, Schädlingsbekämpfung, auch z.T. in älteren Gipskartonplatten nachgewiesen; PCP ist i.d.R. mit Dioxinen verunreinigt. PCP ist seit Dez. 1989 als krebserzeugend verboten, zählt aber zusammen mit Lindan noch immer zu den weitverbreitetsten Innenraumschadstoffen. Gesundheitliche Auswirkungen v.a. auf das Nerven- und Immunsystem. PCSD / PCAD (Polychlorierte Sulfonamid-Diphenylether / Polychlorierte Amino-Diphenylether)Schwerflüchtige Organo-Chlor-Verbindungen; Wirkstoffe von
EULAN WA neu. Die Gruppe der PCSD/PCAD wurde bis Ende der 80er Jahre
als Mottenschutzmittel in Schurwolle-Bodenbelägen ("Eulanisierung")
oder in Tierpräparaten eingesetzt und erst in den 90iger Jahren
als Innenraumschadstoffe identifiziert. Eine Aufnahme ist über
belastete Fasern möglich. Die Giftigkeit der PCSD / PCAD ist vergleichbar
mit der von PCP und DDT. Eine
strukturelle Ähnlichkeit mit den PCDD ("Dioxinen")
läßt überdies auf ein erhöhtes toxikologisches
Gefährdungspotential schließen. PermethrinSchwerflüchtige Organo-Chlor-Verbindung und weit verbreiteter Innenraumschadstoff; Vertreter aus der Klasse der ® Pyrethroide; insektizider Wirkstoff; Vorkommen in Holzschutzmitteln, in Schurwollteppichen, bei der Schädlingsbekämpfung, in Insektenvernichtungssprays. Gesundheitliche Auswirkungen v.a. durch Aufnahme Permethrin-haltiger Fasern / Stäube über die Atmung oder durch direkte Aufnahme bei Kleinkindern; bei akuter Vergiftung: Kribbeln oder Taubheit der Haut, Reizung der Atemwegsschleimhäute, Kopfschmerzen, Schwindel; bei chronischer Belastung: Schädigung des Nervensystems. PestizideAus dem engl. Sprachgebrauch übernommene Bezeichnung für Schädlingsbekämpfungsmittel. Dazu zählen im Sinne der Gefahrstoffverordnung Zubereitungen, die Pflanzenschutzmittel sind oder solchen, die dazu bestimmt sind, Schadorganismen unschädlich zu machen, zu vernichten oder ihrer Einwirkung vorzubeugen. Dazu zählen u.a. Mittel gegen Hygieneschädlinge wie Fliegen, Mücken, Wanzen, Flöhe, Vorratsschädlinge wie Ratten, Mäuse, Käfer, Schaben, Motten, sowie Mittel zum Schutz von Holz und sonstigen Materialien. Wichtige Wirkstoffe in Pestiziden sind zum Beispiel PCP, Lindan, Permethrin, Dichlofluanid oder PCSD. PhenoleMittel- bis schwerflüchtige Kohlenwasserstoffe, z.T. chloriert (z.B. PCP). Zum Teil sehr geruchsintensive Substanzen, typisches Vorkommen bei Brandgeruch. Einsatz auch als Desinfektionsmittel sowie Imprägniermittel im Holzschutz, Carbolineum, Teer; sehr geruchsintensiv. Phosphorsäureester / Organo-Phosphor-Verbindungen (OPV)Werden bevorzugt bei Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen
auch in Innenräumen eingesetzt. Es handelt sich hierbei um nervenschädigende
Substanzen, die auch beim Menschen zu neurotoxischen Effekten führen
können. Aufgrund einer aktuellen Initiative der amerikanischen
Umweltschutzbehörde EPA soll z.B. deshalb die Anwendung des Insektizids
Chlorpyrifos drastisch eingeschränkt werden. PhthalatePhthalate zählen zu den schwerflüchtigen organischen
Verbindungen (SVOC) und werden als Weichmacher u.a. in PVC,
Farben, Lacken und Kunststoffen eingesetzt. Siehe Weichmacher
für weitere Produktbeispiele. Für PVC wird überwiegend
Di-2-ethylhexylphthalat (DEHP) verwendet.
Die akute Toxizität von Phthalaten ist gering, aber sie können
ähnlich wie Hormone wirken und damit die Fortpflanzungsorgane verändern
und das Immunsystem beeinträchtigen. Als Innenraumschadstoffe sind
sie vor allem wegen ihres hohen Vorkommens im Hausstaub von Bedeutung.
Weitere Informationen unter DEHP. Das erhöhte
Vorkommen von Phthalsäureanhydrid (PSA)PSA leitet sich von der Phthalsäure ab, deren Ester stellen
die Phthalate dar. Polychlorierte Naphthaline (Halowaxe)Zusatz von PCB-Gemischen und eigenständiger PCB-Ersatz. Toxikologie ähnlich der PCB. PyrethroideEine Gruppe schwerflüchtiger, synthetischer Organo-Chlor-Verbindungen
(z.B. Permethrin, Deltamethrin, Cypermethrin u.a.), die der
Struktur des natürlichen Insektizids Pyrethrum
ähneln, daher vorwiegender Einsatz als Schädlingsbekämpfungsmittel,
z.T. auch als Holzschutzmittel. Gesundheitliche Auswirkungen v.a. durch
Aufnahme belasteter Fasern/Stäube (Kleinkinder); Schädigung
des Nervensystems. PyrethrumEin natürliches Insektizid, das aus den Blütenköpfen verschiedener Chrysanthemum-Arten gewonnen wird und aus sechs Hauptwirkstoffen Pyrethrin I+II, Cinerin I+II, Jasmolin I+II besteht. Reines Kontaktgift, das rasch ins Nervensystem von Insekten gelangt. In Verbindung mit einem Synergist (meist Piperonylbutoxid) werden Entgiftungsmechanismen der Insekten gehemmt und wirken damit tödlich. Im Gegensatz zu den Pyrethroiden wird Pyrethrum bei Sonneneinstrahlung schnell abgebaut. ReizstoffeHier mehr zum Thema: Reizstoffe
im Innenraum und RiechstoffeHier mehr zum Thema: Riechstoffe
im Innenraum und Schimmelpilz-SporenDer Fortpflanzung dienende Fruchtkörper des Schimmelpilzes,
die in die Umgebungsluft abgegeben werden. Schimmelpilze sind Mikroorganismen
und kommen nahezu überall vor. Für verstärktes Wachstum
in Innenräumen wird vor allem Feuchtigkeit benötigt, die durch
Einwirkungen von außen (z.B. in den Wänden aufsteigende
Bodenfeuchtigkeit oder permanente Befeuchtung der Aussenwand) oder
innen (z.B. schlechte Raumbelüftung, Kondenswasserbildung)
auftreten können. Sick-Building-Syndrom (SBS)Begriff für gesundheitliche Beschwerden, die innerhalb eines bestimmten Gebäudes - meist jüngerer Bauart und klimatisiert - auftreten. Zu den Befindlichkeitsstörungen zählen z. B. Reizungen der Schleimhäute, Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit. Die Ursachen werden in dem "kranken" Gebäude vermutet: ungünstiges Raumklima, z. B. durch Keime in der Luft wegen mangelhafter Reinigung und Wartung der Klimaanlage, toxische Einflüsse (z. B. Ausdünstungen der Fußboden-, Decken- und Wandbeläge) sowie elektromagnetische Felder (z. B. Leitungen oder elektrische Geräte). Staub / SchwebstaubAls Innenraumschadstoffe überall vorhanden. Erhöhte Staubkonzentrationen können u.a. zu Atemwegsbeschwerden führen. Maßgeblich daran beteiligt sind die Feinstäube, die in der Luft suspendiert sind und sich nur sehr schwer oder gar nicht auf den Boden absetzen. Neben der Gesamtmasse des Staubes pro Volumen ist daher zur Beurteilung auch die Partikelkonzentration wichtig. SchwermetalleIm Innenraum können Schwermetalle in verschiedenen Baumaterialien und Einrichtungsgegenständen vorkommen. In der folgenden Tabelle sind wichtige Quellen genannt. Eine gesundheitliche Gefährdung kann hauptsächlich durch eine chronische Belastung entstehen. Dabei spielen unter anderem Schädigungen des Nerven- und Immunsystems, Leberschädigungen, Blutveränderungen, Allergien sowie die Entstehung von Krebs eine bedeutende Rolle. Die Bedeutung von Schwermetallen als Innenraumschadstoffe wird häufig vernachlässigt.
SteinkohlenteerWichtigstes Nebenprodukt der trockenen Destillation von Steinkohle. Kompliziertes Gemisch aus ca. 10 000 Einzelsubstanzen; die meisten kommen nur in winzigen Prozentbruchteilen vor. Mengenmäßig wichtige Bestandteile >1% sind u.a. Naphthalin, Phenanthren, Fluoranthen, Pyren, Acenaphthylen, Fluoren, Chrysen, Anthracen. Zwischenprodukt zur Gewinnung technisch wichtiger Produkte wie Naphthalin, Phenol, Benzol etc., die als Rohstoffe in der Farbstoff- und Arzneimittel-Industrie verwendet werden. Einzelne Bestandteile des S. wie z.B. PAK bzw. Benzo[a]pyren sind dafür verantwortlich, dass S. und S.-haltige Materialien wie z.B. ältere Parkettkleber als krebesrregend eingestuft sind (MAK-Liste III A1). TOC (Total organic carbon; Gesamt-organischer Kohlenstoff)Der TOC in einer wässrigen Probe zeigt die Menge an organischem Kohlenstoff an, die in dieser Probe vorhanden ist. TolylfluanidErsatzstoff für PCP, besonders in Holzschutzmitteln als Fungizid eingesetzt; mögliche Schädigungen des Nerven- und Immunsystems bei Aufnahme über die Atmung. ToxaphenVielfältig einsetzbares Insektizid. Reichert sich im Körperfett von Warmblütern an und ist in Deutschland als Pflanzenschutzmittel nicht mehr zugelassen. Synonym zu Camphechlor. Tributylzinn (TBT)Kann neben anderen organischen Zinn-Verbindungen als technische Verunreinigung in PVC enthalten sein. Für Organo-Zinn-Verbindungen werden toxische Effekte auf das Immunsystem, das Nervensystem und die Leber und hormonähnliche Wirkungen diskutiert. Trimellitsäure AnhydridSynonyme: 1,2,4-Benzoltricarbonsäureanhydrid. Ugilec 141PCB-Ersatzstoff, Einsatz als Flammschutzmittel und Weichmacher, toxikologisch nur sehr unzureichend untersucht. VOC (Flüchtige organische Kohlenwasserstoffe)Große Gruppe unterschiedlicher Kohlenwasserstoffe wie Aliphaten (u.a. Heptan, Decan), Aromaten (u.a. Benzol, Toluol), chlorierte Kohlenwasserstoffe (u.a. TRI, PER), Terpene (u.a. Limonen, Pinen), Carbonyle (u.a. Aldehyde, Ketone), Alkohole, Glykole, Säuren und Ester; häufige Verwendung als Lösemittel in Farben und Lacken, Teppichböden, Möbel u.a.; gesundheitliche Auswirkungen: Kopfschmerzen, Benommenheit, Übelkeit, Reizungen der Atemwege; z.T. starke Geruchsbelästigungen. WeichmacherWeichmacher werden Kunststoffen zugesetzt, um sie weich und biegsam
zu machen. Sie sind dabei nicht fest im Kunststoff gebunden, sondern
wandern an die Oberfläche und dunsten dort aus oder werden z.B.
durch Wasser gelöst. Als Weichmacher werden heute hauptsächlich
Phthalate - darunter das DEHP
- , Chlorparaffine und Trisphosphate
eingesetzt, früher auch PCBs. Die Produktpalette,
in denen Weichmacher vorhanden sind, ist immens. Einige Beispiele: PVC-Boden
und andere Haushaltsgegenstände aus PVC (Tischdecken, Tapeten,
Teppiche, Duschvorhänge, Regenjacken, Plastikspielzeug, Gummistiefel),
Kabelummantelungen, Schläuche, Farben, Kleber. Sollten Sie Fragen
zu weiteren Substanzen haben, können Sie sich gern an uns wenden.
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