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![]() |
Polychlorierte Biphenyle (PCB) |
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Persistente Schadstoffe im Innenraum -
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| Nummer | Gruppenzugehörigkeit | strongezeichnung |
| 28 | Trichlor-Biphenyl | 2,4,4 |
| 52 | Tetrachlor-Biphenyl | 2,2,5,5 |
| 101 | Pentachlor-Biphenyl | 2,2,4,5,5 |
| 138 | Hexachlor-Biphenyl | 2,2,3,4,4,5 |
| 153 | Hexachlor-Biphenyl | 2,2,4,4,5,5 |
| 180 | Heptachlor-Biphenyl | 2,2,3,4,4,5,5 |
Koplanare PCB
Als koplanare PCB (koPCB) bezeichnet man jeneStrukturformel
Es hat umgangssprachlich auch den Namen "Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat 1998 festgelegt, dass von den insgesamt 39 möglichen koPCB 12 koPCB als "dioxinähnliche Verbindungen" zu betrachten und zu bewerten sind.
Die 12 dioxinähnlichen koPCB gliedern sich in 4 sog.
Die 4
Die 8
Diese 12 dioxinähnlichen koPCB (auch:
Strukturformel
Stoffeigenschaften und technische Verwendung von PCB
Unter Normalbedingungen sind die Einzelkongenere kristallin. In Form ihrer technischen Gemische sind sie ölige Flüssigkeiten. Der Dampfdruck der PCB fällt mit steigendem Chlorierungsgrad, entsprechend steigt der Siedepunkt mit steigendem Chlorierungsgrad. PCB-Gemische sind nicht brennbar, haben hohe Siedepunkte, eine hohe Viskosität sowie eine sehr hohe chemische Beständigkeit.Aufgrund ihrer für den technischen Einsatz günstigen chemischen und physikalischen Eigenschaften wurden PCB-Gemische seit den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in einer Vielzahl von Produkten genutzt. Im Handel waren technische Gemische in verschiedenen Chlorierungsgraden erhältlich. Beispiele für in Europa gebräuchliche Handelsnamen sind CLOPHEN (BRD: Bayer) oder AROCLOR (GB, USA: Monsanto).
Geschlossene Anwendungen
-
kein regulärer Luftkontakt:
- Kühl- und Isolierflüssigkeiten in Transformatoren und Kondensatoren
- Hydrauliköl
Offene Anwendungen
-
Einsatz hauptsächlich als Weichmacher und Flammschutzmittel, Belastung der Umgebungsluft und des Staubes:
- Dauerelastische Fugenmassen
- Anstriche und Beschichtungen
- Klebstoffe
- Kunststoffe
- Wachse
- Kitte
- Kabelummantelungen
Es wird geschätzt, dass bis zum Produktionsverbot von PCB weltweit mehr als 1 Million Tonnen PCB produziert und überwiegend in offenen Systemen eingesetzt wurden. Dort sind sie zum größeren Teil heute noch anzutreffen und treten im Innenraum ständig in Raumluft und Hausstaub über.
PCB-Quellen im Innenraum
Schwerpunktmäßig tretenJenseits dieses meist schon äußerlich an seiner Architektur erkennbaren PCB-Schwerpunkts treten jedoch auch in jedweden Innenräumen oft beachtliche PCB-Belastungen auf. Teils gehen diese von
Gesundheitliche Gefahren durch PCB
Im Folgenden werden toxische Wirkungen von PCB vorgestellt, die bei langfristiger Belastung auch schon bei niedrigen Dosen auftreten können. Zu diesem Typus der Belastung gehört neben der Zufuhr von PCB über die Nahrung die Aufnahme von PCB über die Raumluft und den Hausstaub.Nach Materialien des Landesumweltamtes Nordrhein-Westfalen zur toxikologischen Bewertung von PCB sind bedeutsame Endpunkte in diesem Kontext:
- "... -Neurotoxizität
- Immuntoxizität
- Reproduktionstoxische Effekte
- Schilddrüseneffekte
- Hepatotoxizität
- Hauteffekte
Im Tierversuch sind PCB krebserzeugend, die Übertragbarkeit dieser Befunde auf den Menschen wird allerdings unterschiedlich beurteilt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die amerikanische Umweltbehörde EPA betrachten PCB als "wahrscheinlich humankanzerogen", die Senatskommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zur Prüfung gesundheitsschädigender Arbeitsstoffe wertet PCB als "kanzerogenitätsverdächtig beim Menschen".
Nach Hassauer et al. (2000) belegen experimentelle Befunde bei oraler Aufnahme eine weitgehende Resorption (80 - 95%), weswegen für alle weiteren Betrachtungen eine vollständige Resorption angenommen werden kann. In Ermangelung aussagefähiger Daten zur Resorption bei inhalativer Aufnahme muss in Analogie zur oralen Aufnahme auch für diesen Pfad von 100%iger Resorption ausgegangen werden. Auch über die Haut werden PCB gut aufgenommen. Standardisierte Angaben hierzu liegen jedoch nicht vor.
Als Risikogruppen gegenüber einer
- Die sich entwickelnde Leibesfrucht
- Säuglinge
- Kleinkinder
- Kinder und Jugendliche
PCB-Belastungen des menschlichen Körpers
Aufgenommenes PCB reichert sich im Körper vor allem im Fettgewebe an. Die Zeit, die benötigt wird, um die Hälfte von einmal aufgenommenem PCB wieder auszuscheiden, die sog. "biologische Halbwertszeit" also, liegt im Bereich von mehreren Jahren. Infolgedessen steigen die innerkörperlichen Bei Frauen ist die Muttermilch ein bedeutender Ausscheidungspfad für PCB. Gleichzeitig ist damit die Muttermilch bezüglich PCB ein Hauptbelastungspfad für gestillte Säuglinge. Die Frage, ob aus diesem Grund zu empfehlen sei, auf das Stillen zu verzichten, ist umfangreich diskutiert und überwiegend verneint worden. Die eindeutigen Vorteile des Stillens für die kindliche Entwicklung werden als bedeutender erachtet als die Nachteile durch die kurzfristig erhöhte PCB-Aufnahme.
Der innerkörperliche Belastungsstatus mit PCB wird in der Regel über den
Der
Tabelle 2:
| Alter | Summe PCB 138, 153, 180 (μg/L Vollblut) | |
| 50. Perzentil | 95. Perzentil | |
| 18 - 19 | 0,5 | 0,9 |
| 20 - 29 | 0,7 | 1,9 |
| 30 - 39 | 1,3 | 2,7 |
| 40 - 49 | 1,9 | 4,4 |
| 50 - 59 | 2,6 | 5,5 |
| 60 - 69 | 3,1 | 6,9 |
Für Kinder liegen nur wenige repräsentative Daten zur inneren
Tabelle 3:
| Alter | Erhebungszeitraum | Summe PCB 138, 153, 180 (μg/L Vollblut) | |
| 50. Perzentil | 95. Perzentil | ||
| 7 - 10 | 95 - 96 (n = 509) | n. d. | 1,3 |
| 9 - 11 | 98 - 99 (n = 404) | 0,35 | 0,89 |
Welchen Einfluss der Stillstatus auch noch in diesem Alter auf die innere
Tabelle 4:
| Alter | Stillstatus | Summe PCB 138, 153, 180 (μg/L Vollblut) | |
| 50. Perzentil | 95. Perzentil | ||
| 9 - 11 | gestillt (n=283) | 0,40 | 1,00 |
| 9 - 11 | nicht gestillt (n=110) | 0,27 | 0,57 |
Die in Tabelle 3 und 4 aufgeführten Referenzwerte beschreiben zwar die Normalbelastung (auch: Hintergrundbelastung) von Kindern. Diese Normalbelastung ist jedoch keineswegs unproblematisch oder gar vorbehaltlos tolerabel. Die
Neuro- und Entwicklungstoxizität
Die von derAbbildung 1: Effekte der häuslichen Umgebung einerseits sowie der
Walkowiak et al., 2001, Figure 2
Ausser den angeführten Arbeiten von Patandin et al. und Walkowiak et al. liegt eine Reihe weiterer Studien mit Humandaten zur Entwicklungs- und Neurotoxizität von PCB vor. Kalberlah et al. (2002) geben einen Überblick über diese und fassen die Ergebnisse wie folgt zusammen (Tabelle 5):
Tabelle 5: Zusammenfassung der vorliegenden Humandaten zur Neurotoxizität von PCB nach Kalberlah et al.(2002)
| Alter der Kinder | Anzahl der Studien | Effekte in Abhängigkeit von der PCB - Belastung |
| Neugeborene | 4 | "Insgesamt zeigen sich konsistente Verzögerungen der motorischen Entwicklung zum Zeitpunkt der Geburt..." |
|
|
4 |
"Unter Berücksichtigung der |
|
|
3 | "Die Befunde zeigen konsistent eine Beeinträchtigung der Intelligenz in Korrelation zur Belastung der Muttermilch oder des Nabelschnurblutes mit PCB; auch die psychomotorische Leistung ist weiterhin ...... beeinträchtigt." |
Im Resumee der Effekte über alle Altersstufen führen Kalberlah et al. (2002) aus: "Pathophysiologisch lassen sich die in allen Altersstufen gemessenen Effekte als verzögerte funktionelle Reifung des Gehirns interpretieren."
Toxikologische Daten aus Tierversuchen bestätigen im Wesentlichen die Aussagen der Humandaten zur Neurotoxizität von PCB. Besondere Beachtung verdienen hier wegen der Nähe zum Menschen Studien an Primaten (siehe Tabelle 6)
Tabelle 6: Tierexperimentelle Studienergebnisse an Primaten zur Neurotoxizität von PCB
| Ergebnis | Autoren |
|
Verringerte Leistungen bei Raum - und Zeitdiskriminierungstests, die auf Lernen und Informationsbearbeitung in höheren kortikalen Bereichen beruhen. verabreichte und wirksame Dosis: 7,5 μg/kg KG/d |
Rice, 1999, Rice und Hayward, 1999 |
|
Verringerte Leistungen bei Raumdiskriminierungstests. NOAEL: 8 μg/kg KG/d LOAEL: 30 μg/kg KG/d |
Schantz et al., 1989 |
|
Aufmerksamkeitsstörungen LOAEL: 80 μg/kg KG/d |
Lewin et al., 1988 |
|
Hyperaktivität LOAEL: 6 μg/kg KG/d |
Bowman et al., 1981 |
Zusammenfassend belegen die Studien an Affen Störungen der Lernfähigkeit und des Verhaltens ab einem LOAEL von
Immuntoxizität
Störungen des Immunsystems bedeuten veränderte Immunabwehr und erhöhte Infektionsanfälligkeit. Gegenwärtig liegen zwei epidemiologische Studien vor, in welchen die Funktion des Immunsystems von Säuglingen und Kleinkindern in Abhängigkeit von derenBeide Studien zeigen eine Erhöhung der Infektneigung. In der Studie von
Toxikologische Daten aus Tierversuchen unterstützen die aus Humanstudien zu vermutenden Störungen des Immunsystems durch PCB. Tryphonas et al.(1989, 1991) erzielte in Fütterungsversuchen mit
Reproduktionstoxizität
Während Humanstudien zur Beeinträchtigung der Fertilität durch PCB uneinheitliche und widersprüchliche Ergebnisse ausweisen, zeigt sich im Tierexperiment deutlich eine reproduktionstoxische Potenz von PCB. Die Dosen, ab denen adverse (oder: unerwünschte) Effekte messbar sind, liegen allerdings deutlich höher als bei den neurotoxischen und immunotoxischen Effekten. Den niedrigsten LOAEL mit 20 μg/kg KG/d beobachteten Arnold et al. (1995; 1997) beim Effekt "Erhöhte Fetenletalität".
Schilddrüseneffekte
Schilddrüsenhormone regeln die Zellteilung und -reifung sowie die Stoffwechselaktivität. Sie haben eine chemische Strukturähnlichkeit mitStudien an Kindern und Erwachsenen zur Schilddrüsentoxizität von PCB zeigen Hypertrophie als einzigen Hinweis auf Schilddrüsen-Wirkungen.
Schilddrüsen-Hypertrophie ist auch der kritische Endpunkt im Tierversuch. Der LOAEL liegt für Ratten bei 90 μg/kg KG/d (Byrne et al., 1987) und für Affen bei 200 μg/kg KG/d (Arnold et al., 1993 a,b). Diese Werte liegen um ca. eine Größenordnung höher als die für neurotoxische oder immunotoxische Wirkungen ermittelten Schwellen.
Hepatotoxizität
PCB zeigen im Tierversuch ein hepatotoxisches Potenzial, über das bereits vor 30 Jahren von Chen und Dubois (1973) berichtet wurde. Die damalige Studie an Ratten weist einen LOAEL von 250 μg/kg KG/d (Enzyminduktion) aus. Daraus wurde auf einen NOAEL von 100 μg/kg KG/d geschlossen.Die Schwellenwerte aus dieser Studie liegen somit um eine bis zwei Größenordnungen über den gegenwärtig für neurotoxische und immunotoxische Wirkungen bekannten Schwellen. Hepatotoxizität stellt also bei weitem nicht den empfindlichsten toxikologischen Endpunkt dar.
Dessen ungeachtet sind die Schwellenwerte aus der Studie von Chen und Dubois (1973) bis heute in Deutschland die Grundlage für die amtliche Bewertung der Toxizität von PCB.
Hauteffekte
Studien an Affen zeigen Veränderungen an Drüsen von Haut und Schleimhäuten, die zu entzündlichen, akneähnlichen Prozessen führen (Arnold et al., 1995). Am Menschen wurden diese Effekte bislang nur bei hoch exponierten Personen nach
Vorkommen von PCB in Umweltmedien und Nahrung
Lebensmittel
Wegen ihrer guten Löslichkeit in Fett reichern sich in die Umwelt eingetragene PCB in der Nahrungskette bevorzugt in fetthaltigen Kompartimenten an.Die geringsten Belastungen weisen Obst und Gemüse mit
Für gestillte Säuglinge ist die Muttermilch die Hauptnahrungsquelle. Sie weist, obwohl die Belastungen seit Jahren rückläufig sind, immer noch sehr hohe PCB-Belastungen auf. Nach neueren Untersuchungen liegen sie bei 0,5 mg PCB/kg Milchfett (BGVV, o.J.).
Im Trinkwasser ist PCB in relevanten Konzentrationen nicht nachweisbar.
Boden
In Ackerböden und sonstigen standortmäßig nicht vorbelasteten Böden betragen die
Luft
In der Aussenluft werden nach neueren Berichten (LUA, 2000) in städtischen Gebieten im JahresmittelInnenraumluft kann bei Anwesenheit entsprechend starker
Hausstaub
Belastungen des Hausstaubs mit PCB kommen in der Regel auf 2 Wegen zustande. Der eine Weg ist die Aufnahme von PCB aus belasteter Raumluft durch die hoch adsorptiven Staubpartikel. Der andere Weg ist der direkte Eintrag vonWo der erstgenannte Weg dominiert wie im weiter oben beschriebenen Gebäudetypus aus den 60ern und 70ern, lässt sich nach unseren Labordaten zwischen Hausstaubbelastung und Raumluftbelastung eine recht gute Beziehung erkennen (Abb. 2).
Abbildung 2: Über den Zusammenhang zwischen Hausstaub- und Raumluftbelastung in Gebäuden mit starken

Die in Abbildung 2 gezeigte Abhängigkeit lässt sich nutzen, um im genannten Gebäudetypus von der Hausstaubbelastung, die schnell und preisgünstig festzustellen ist, auf eine zu erwartende Raumluftbelastung zu schließen.
Wo wie im zweitgenannten Weg der direkte Eintrag
Das
Tabelle 7: Normalbelastung von Hausstaub mit PCB (ARGUK, 1998)
| Gesamt-PCB (μg/g) | |
| Mittelwert | 3,13 |
| 50. Perzentil | 0,39 |
| 90. Perzentil | 5,5 |
| 95. Perzentil | 19,0 |
| Maximum | 66,5 |
In
Tabelle 8: Normalbelastung von Hausstaub mit PCB (LANU, 1997)
|
|
|
| Mittelwert | n.d. |
| 50. Perzentil | 0,30 |
| 90. Perzentil | n.d. |
| 95. Perzentil | 3,5 |
| Maximum | 59,9 |
Während Median und Spannweite der beiden Datensätze gut übereinstimmen, zeigt das ARGUK-Datenkollektiv eine größere Breite. Das ist am 90. und 95. Perzentil gut abzulesen. Die
Der Schwerpunkt des
Abbildung 3: Indikator-Kongenerenmuster des Hausstaubs (ARGUK-Datenkollektiv, 1997) im Vergleich mit Indikator-Kongenerenmuster von Clophen A60 (Analyse: ARGUK)

Hochchlorierte
Die Bezeichnung ITEQ verweist auf die internationale Konvention bezüglich der verwerdeten TEF.
Über die Beziehung zwischen
Abschätzung der gesamten äußeren Exposition gegenüber PCB
für a) Erwachsene b) Kleinkinder c) Säuglinge (gestillt) d) Säuglinge (nicht gestillt)Folgende Standard - Annahmen gehen in die nachfolgende Expositionsabschätzung ein:
| Erwachsener | Kleinkind | Säugling | |
| Körpergewicht (KG) | 75 kg | 10 kg | 5 kg |
| Resorptionsquote inhalativ | 100 % | 100 % | 100 % |
| Resorptionsquote oral | 100 % | 100 % | 100 % |
| Atemrate | 20 m³/d | 6 m³/d | 2,4 m³/d |
| Staubaufnahmerate | 20 mg/d | 100 mg/d | 0 mg/d |
Expositionspfad Boden
Tabelle 9: Tägliche PCB-Aufnahme über den Boden| Aufnahmerate | Expo-Häufigkeit |
|
|
||
| (mg/d) | (d/a) | (μg/g) | (ng/kg KG/d) | (ng/d) | |
| a) Erwachsene | 20 | 50 | 0,02 | < 0,001 | 0,055 |
| b) Kleinkind | 100 | 100 | 2,0* | 5,5 | 55 |
| c) Säugling | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Expositionspfad Innenraumluft
Tabelle 10: Tägliche| Atemrate | Expo-Häufigkeit |
|
|
||
| (m³/d) | (d/a) | (ng/m³) | (ng/kg KG/d) | (ng/d) | |
| a) Erwachsene | 20 | 250 | 100* | 18,3 | 1370 |
| b) Kleinkind | 6 | 250 | 100* | 41,1 | 411 |
| c) Säugling | 2,4 | 300 | 100* | 39,5 | 198 |
Expositionspfad Hausstaub
Tabelle 11: Tägliche| Aufnahmerate | Expo-Häufigkeit |
|
|
||
| (mg/d) | (d/a) | (ng/g) | (ng/kg KG/d) | (ng/d) | |
| a) Erwachsene | 20 | 100 | 5500* | 0,40 | 30,2 |
| b) Kleinkind | 100 | 300 | 5500* | 42,5 | 425 |
| c) Säugling | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Expositionspfad Nahrung
Tabelle 12: Tägliche|
|
||
| (ng/kg KG/d) | (ng/d) | |
| a) Erwachsene | 30 - 80* | 2250-6000 |
| b) Kleinkind | 50 - 100** | 500-1000 |
| c) Säuglinge (nicht gestillt) | 100 - 200** | 500-1000 |
| d) Säuglinge (gestillt) | 3000* | 15000 |
**) eigene Ableitung aus Angabe zu *) unter Berücksichtigung des niedrigeren Körpergewichts und der geringeren Nahrungsaufnahme
Gesamtexposition
Tabelle 13: Summe der täglichen PCB-Aufnahme über die wichtigsten Expositionspfade (Boden, Innenraumluft, Hausstaub, Nahrung)|
|
||
| (ng/kg KG/d) | (ng/d) | |
| a) Erwachsene | 99 | 7400 |
| b) Kleinkind | 189 | 1890 |
| c) Säuglinge (nicht gestillt) | 240 | 1200 |
| d) Säuglinge (gestillt) | 3040 | 15200 |
Zusammenfassende Beurteilung der äußeren Exposition:
-
Kinder sind am ausgeprägtesten der allgegenwärtigen
PCB-Belastung ausgesetzt. Dramatisiert wird dieser Befund dadurch, dass diese Bevölkerungsgruppe gleichzeitig am empfindlichsten auf diese Stoffgruppe reagiert. - Die tägliche körpergewichtsbezogene Dosis ist für gestillte Säuglinge eindeutig am höchsten. Doch dieser Status dauert nur Wochen und allenfalls wenige Monate an. Verschiedene Studien zeigen, dass die langfristigen Vorteile des Stillens diesen kurzfristigen Nachteil überwiegen (Patandin, 1999; a,b; Walkowiak, 2001)
- Krabbel- und Kleinkinder nehmen, soweit sie in normal belasteten Räumlichkeiten leben, den größten Teil ihrer Tagesdosis über die Nahrung auf. Falls sie sich tagsüber in Betreuungseinrichtungen aus den Sechzigern und Siebzigern aufhalten und/oder in einem Wohngebäude ähnlichen Bautyps leben, kann das schnell ganz anders aussehen. Bei einer Raumluftbelastung von 300 ng/m³ und mehr sowie einer damit korrespondierenden Hausstaubbelastung von über 10 μg/g tritt die Bedeutung des Nahrungspfades deutlich in den Hintergrund.
- Derselbe Effekt kann eintreten, wenn sich die Raumluftbelastung im häuslichen wie im außerhäuslichen Bereich im Normalbereich bewegt, jedoch eine raumluft-unabängige PCB-Belastung des Hausstaubs jenseits des Normalen vorliegt. Das ist in einer von 10 Wohnungen der Fall.
Ein Blick auf die relative Bedeutung der einzelnen Expositionspfade für Kleinkinder soll dies verdeutlichen (Tabellen 14 und 15). Das Beispiel "Tagesdosis A" (Tabelle 14) repräsentiert die Obergrenze des Normalzustandes. Das Beispiel "Tagesdosis B" (Tabelle 15) repräsentiert im Hausstaubpfad einen Anstieg der Belastung auf das 95. Perzentil des ARGUK-Probenkollektivs von 1998 (Tabelle 15), während die anderen Expositionen die Obergrenze des Normalzustands einhalten.
Tabelle 14: Tagesdosis A (Alle Pfade an der Obergrenze des Normalzustandes)
| Boden | Innenraumluft | Hausstaub | Nahrung | Gesamt | |
| ng/kg KG/d | 5,5 | 41,1 | 42,5 | 100 | 189 |
| % | 2,9 | 21,7 | 22,5 | 52,9 | 100 |
Nahrung > Hausstaub > Innenraumluft > Boden
Tabelle 15: Tagesdosis B (Hausstaubbelastung erhöht, alle anderen Pfade an der Obergrenze des Normalzustandes)
| Boden | Innenraumluft | Hausstaub | Nahrung | Gesamt | |
| ng/kg KG/d | 5,5 | 41,1 | 156 | 100 | 303 |
| % | 1,8 | 13,6 | 51,1 | 33,0 | 100 |
Hausstaub > Nahrung > Innenraumluft > Boden
Über den Zusammenhang von äußerer und innerer Exposition
Dass erhöhte1998 stieß das
Im gleichen Zeitraum führte das Stadtgesundheitsamt Frankfurt in der betreffenden Wohnbevölkerung ein Humanbiomonitoring (HBM) u.a. auf
Abbildung 4 zeigt die Größenklassenverteilung der in den
Abbildung 4

Tabelle 16: PCB-Belastung des Hausstaubes a) normal und b)
|
Normal n = 45 |
US-Housing n = 501 |
|||
| Mittelwert | 3, | 13 | 8, | 34 |
| 50. Perzentil | 0, | 39 | 2, | 90 |
| 90. Perzentil | 5, | 79 | 21, | 00 |
| Maximum | 66, | 00 | 161, | 00 |
In Tabelle 17 werden die vom Stadtgesundheitsamt Frankfurt unter Kindern aus den "
Tabelle 17: PCB-Belastung (Summe PCB 138, 153, 180) im Blut der
|
Vorläufiger HBM-Referenzwert (1999) |
HBM-Referenzwert (2003) |
Housing-Kinder (1999) 95. Perzentil |
||
| Quelle | Kommission "Human-Biomonitoring", 1999 | Kommission "Human-Biomonitoring", 2003 | Stadtgesundheitsamt Frankfurt 1999 | |
| Alter (Jahre) | 7 - 10 | 9 - 11 | 6 - 12 | |
| Anzahl (n) | 509 | 404 | 47 | |
| Medium | Vollblut | Vollblut | Vollblut | Plasma |
| 1,3 | 0,89 | 1,8-2,3 | 3,5 | |
Richtwerte verschiedener Institutionen zur tolerierbaren täglichen Aufnahme von PCB
Im Kapitel "Gesundheitliche Gefahren durch PCB" haben wir eine Übersicht über die toxischen Wirkungen dieser Stoffgruppe gegeben und Schwellenwerte für die jeweiligen kritischen Endpunkte genannt. Aus diesen epidemiologischen und toxikologischen Basisstudien haben verschiedene Institutionen als tolerabel bezeichnete tägliche Dosen für dieTabelle 18: Durch verschiedene Institutionen als tolerabel betrachtete tägliche
|
Tabelle 18: Durch verschiedene Institutionen als
tolerabel betrachtete tägliche |
Große Tabellenansicht schließen |
| Bezeichnung | Körperdosis ng/kg KG/d | Basisstudie |
|
Endpunkt(e) Spezies | Organisation | Erstmals aufgestellt |
| Tolerable daily intake (TDI) | 1000-3000 | Chen und Dubois (1973) | Aroclor 1260 |
Leber Enzym-induktion, Ratte |
(Ehemaliges) Bundesgesund- heitsamt |
1983 |
| Akzeptable tägliche Dosis (ATD) | 1000 |
Allen und Barsotti (1976), Barsotti und van Miller (1984), Chen und Dubois (1973) |
Aroclor 1248 und 1016 |
Entwicklungs- toxizität, Affe |
Deutsche Forschungs- gemeinschaft |
1988 |
| Minimal risk level (MRL) | 20 | Tryphonas et al. (1991) | Aroclor 1254 |
Immuntoxizität, Affe |
|
1993 |
| Reference dose (RfD) | 20-70 |
Tryphonas et al. (1991), Barsotti und van Miller (1984) |
20: Aroclor 1254 70: Aroclor 1016 |
Immuntoxizität,
Entwicklungs- toxizität, Affe |
US-Environmental Protection Agency (EPA) | 1994 |
| Tolerierbare resorbierte Dosis (TRD) | 15 | Tryphonas et al. (1989, 1991) | Aroclor 1254 |
Immuntoxizitzät, Affe |
Umweltbundesamt | 1995 |
| Tolerierbare resorbierte Dosis (TRD) | 15 |
Tryphonas et al (1989, 1991), Rice (1999), Walkowiak et al. (2001) |
Aroclor 1254 |
Immuntoxizitzät, Neurotoxizität, Affe Mensch |
Landesumweltamt Nordrhein- Westfalen; Vorschlag: Kalberlah et al. (2002) |
2001 |
|
Große Tabellenansicht schließen |
Die in den letzten 10 Jahren als tolerabel abgeleiteten Tagesdosen stützen sich alle auf die Endpunkte "Neurotoxizität" und "Immuntoxizität". Sie liegen zwischen 15 ng/kg KG/d und 70 ng/kg KG/d. Vergleicht man diese Maßgabe mit den Obergrenzen der Normalbelastung über alle Pfade, so zeigt sich, dass bereits Erwachsene mit 99 ng/kg KG/d diese Maßgabe überschreiten. Für Kleinkinder und Säuglinge mit 189 und 240 ng/kg KG/d gilt dies erst recht (vgl. Tabelle 14)
Wie bereits gezeigt, ist die Normalbelastung vom Nahrungspfad dominiert. Zwar ist die
Auf den Luftpfad sowie den Hausstaubpfad kann dagegen unmittelbar Einfluss genommen werden. Bautechnische oder einrichtungsbedingte Primär- und Sekundärquellen lassen sich versiegeln oder beseitigen. Konsequente, regelmäßige Entstaubung tut ein übriges.
Die Exposition von Kleinkindern gegenüber PCB muss vordringlich kontrolliert werden
Wir sind in den oben angestellten Expositions-Modellrechnungen von den Obergrenzen der Normalbelastung in den jeweiligen Expositionspfaden ausgegangen. Wie gezeigt, besteht bereits in diesen Belastungsbereichen für Kleinkinder und Säuglinge kein ausreichend sicherer Schutz mehr vor schädlichen Einwirkungen. Ziel sollte deshalb sein, Richt- bzw. Orientierungswerte zu etablieren, deren Einhaltung diesen gefährlichen Zustand beheben kann.Kalberlah et al. (2002) haben auf Grundlage ihres in Tabelle 18 angeführten Vorschlags für einen Täglich-Resorbierbare-Dosis-Wert (
Tabelle 19: Toxikologisch begründete Richtwert-Vorschläge für die Belastung der Raumluft mit PCB (Kalberlah et al., 2002)
| Raumnutzung < 7Std/d | Raumnutzung > 7Std/d | |
| RW I (ng/m³) | 20 | 10 |
| RW II (ng/m³) | 200 | 70 |
Völlig ungeeignet zu diesem Zweck sind jedoch die in den gegenwärtigen
Für den Hausstaub-Pfad haben Kalberlah et al. (2002) lediglich die statistisch begründete Anregung gegeben, bei Hausstaubbelastungen
Der ARGUK-Orientierungswert für PCB im Hausstaub
Um unseren Kunden bei der Einordnung eines Analysenbefundes behilflich zu sein, bedienen wir uns generell zweier Typen von Orientierungswerten (OW).Typ eins (OW I und OW II umfassend) ist statistisch begründet und beschreibt die Normal- oder Hintergrundbelastung eines Mediums mit einem Schadstoff. OW I benennt die häufigste, als durchschnittlich zu betrachtende Belastung und ist aus dem 50. Perzentil der Verteilung der Hintergrundbelastung abgeleitet. OW II bezieht sich auf die Obergrenze der Verteilung der Normalbelastung und ist aus dem 90. Perzentil derselben abgeleitet.
Typ zwei (OW III umfassend) ist toxikologisch oder epidemiologisch begründet. Mit seiner Überschreitung ist eine Warnschwelle überschritten, jenseits derer bei gegenwärtigem Wissensstand für empfindliche Personen und Risikogruppen gesundheitlich nachhaltige Auswirkungen nicht mehr mit hinreichender Sicherheit ausgeschlossen werden können.
In der Regel sind OW I und OW II kleiner als OW III. In diesen Fällen empfehlen wir aus Gründen der gesundheitlichen Sicherheit die Unterschreitung von OW III und aus Gründen der gesundheitlichen Vorsorge die Unterschreitung von OW II sowie die Einhaltung von OW I. Sind OW II und vielleicht sogar OW I größer als OW III, so haben wir es mit einem erstrangigen Umweltschadstoff zu tun. In diesem Fall sind für empfindliche Personen und Risikogruppen gesundheitlich nachhaltige Auswirkungen bereits bei Exposition gegenüber der Hintergrundbelastung nicht auszuschließen. Die Aufstellung eines OW I und OW II verbietet sich hier, da mit diesen kein
PCB sind zu den erstrangigen Umweltschadstoffen zu zählen. Für die Risikogruppe Säuglinge und Kleinkinder erreicht nach Tabelle 13 die gesamte Tagesdosis an der Obergrenze des Normalzustandes das ca.
Der
Der
Anlässlich der Diskussion um den Sanierungsbedarf im Bestand der ehemaligen alliierten Wohnungen haben wir bereits 1999 sowohl einen Prüf- oder Warnwert als auch einen Gefahrenwert für
Prüf- oder Warnwerte sind in ihrer Aussage vergleichbar den
Der ARGUK-Prüfwert für
Der
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wobei Cl(x) =
Bezeichnung: