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Leistungsschwerpunkt: Innenraum |
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Schwarzstaub - "Fogging" - Magic DustEin dramatisches Phänomen in neuen Wohnungen
Schlagworte: Wohnungs-Schwärze, Phänomen Schwarze Wohnung, Schwarzstaubablagerungen, Fogging, Black Magic Dust, Vergrauung, Verrußung, Schwarzverfärbung von Innenräumen, schwarze Beläge, schwarzer Belag, SVOC, SOV, Alkane, Paraffine, Fettalkohole, Fettsäuren, Fettsäureester, Phthalate, Weichmacher, Zigarettenrauch, PAK, BaP, Ruß. ErscheinungsbildSeit Anfang der 90er Jahre wird gehäuft in neu errichteten oder renovierten Wohnungen ein eigenartiges Auftreten von mehr oder minder dunklen Ablagerungen beobachtet. Dabei bildet sich je nach Ausprägung an den Wänden über den Heizkörpern, im Kühlschrank, auf dem Fernseher, dem Fensterrahmen oder auf Möbeln eine rußartige, klebrige Schicht. Der erste Verdacht richtet sich gegen eine undichte Heizung oder einen Kamin, der herbei gerufene Schornsteinfeger kann aber keine Fehler erkennen. Auch Schimmelbefall erscheint zwar nahe liegend, scheidet aber schnell auf Grund des Schadensbildes aus. Diese Vergrauung kann sich über einen längeren Zeitraum hinweg aufbauen, häufiger ist jedoch ein schlagartiges Auftreten. Besonders beeindruckend ist es, wenn morgens die Wohnung beim Verlassen noch in Ordnung ist und abends geschwärzt wie nach einem Wohnungsschwelbrand angetroffen wird. Das geschilderte Phänomen ist auch unter anderen Bezeichnungen wie Fogging, "Wohnungsschwärze"oder Magic Dust bekannt. Beteiligte FaktorenNach einer Untersuchung des Umweltbundesamtes (UBA-Studie zum Phänomen der „Schwarzen Wohnungen") haben sich mittlerweile eine Reihe von Faktoren gezeigt, die bei der Ausprägung der plötzlichen Vergrauung beteiligt sein können, eine eindeutige Ursache, die allen Fällen gemeinsam wäre, hat sich bis heute aber nicht finden lassen: Vorausgegangene Renovierungsarbeiten bzw. NeubauIn ca. 86% der beobachteten "Fogging"-Fälle handelte es sich um renovierte Wohnungen bzw. um einen Neubau. Die Art der durchgeführten Arbeiten steht dabei hingegen in einem weniger deutlichen Zusammenhang. In 52% der Fälle wurden Malerarbeiten vorgenommen, in 34% Fußbodenarbeiten, in 23% Dichtungsmaßnahmen. Das Auftreten des Fogging findet in 41% der Fälle innerhalb von 12 Monaten nach der letzten Renovierung bzw. nach dem Einzug statt. HeizphaseIn 92% der Fälle trat das Staubphänomen in der Heizphase auf, meistens zu Beginn. Wahrscheinlich ist hier der Einfluß der verringerten relativen Luftfeuchte in den Wintermonaten zu erkennen. WohnungsnutzungAuffallend häufig wird die Vergrauung der Wohnung nach der Rückkehr von einer längeren Abwesenheit festgestellt. Dies kann aber auch bereits die Abwesenheit tagsüber bedeuten. Bauphysikalische GegebenheitenKalte Außenwände mit Wärmebrücken stellen eine bevorzugte Kondensationsfläche nicht nur für Wasserdampf dar. Dachschrägen dienen als Prallwand für den mit der warmen Heizungsluft aufsteigenden Staub. RaumbedingungenIsolierende Oberflächen wie Vinyltapeten, Laminatfußboden oder Kunststoffe können durch elektrostatische Effekte zur Staubabscheidung führen. Daher sind insbesondere PVC-Fensterrahmen, Türen oder Möbel in besonderem Maße betroffen. In einigen Fällen sind dadurch auch Fernsehapparate ausgefallen. Ruß- und StaubquellenWohnungsintern können verschiedene Quellen eine verstärkte Freisetzung von Staub- und Rußquellen bedeuten: Zigarettenrauch, Kerzen, Essenszubereitung, Teppichböden mit Faserfreisetzung, chemische Teppichreinigung mit der Ausbringung von Tensiden (oberflächenaktive Substanzen), Pflegemittel für Oberflächen Externe Quellen: rußbeladene Außenluft (durch verkehrsreiche Straßen,
Industrieemissionen, Wohngebiete mit Kleinfeuerungsanlagen) oder in
Einzelfällen Eintrag aus Tiefgaragen. ErklärungsmodellNach heutigem Kenntnisstand kann das Phänomen "Wohnungs-Schwärze" folgendermaßen erklärt werden: Durch Renovierung, Neubau oder Neuanschaffungen von Einrichtungsgegenständen werden eine Vielzahl schwererflüchtige organische Verbindungen (SOV) in Farben, Lacken, Versiegelungen, Teppichböden u.ä. in den Innenraum eingetragen. Mit Beginn der folgenden Herbst- und Wintermonate wird die Lüftung verringert, die Gebäudewände, insbesondere die Außenwände, kühlen ab, die Kondensationsneigung der in der Luft befindlichen schwererflüchtigen organischen Verbindungen nimmt zu. Die stets in der Raumluft vorkommenden Feinstpartikel erhalten durch Kondensation der SOV auf deren Oberflächen eine chemisch modifizierte Oberflächeneigenschaft. Diese trägt zu einer Zusammenlagerung (Aggregation) unter Bildung größerer Partikel bei. Bei Kontakt mit den Raumoberflächen kommt es zu einer erhöhten Anlagerung, insbesondere dort, wo sich Temperaturunterschiede an den Wandoberflächen zeigen. Hierbei können aber auch elektrostatische Aufladungen von Kunststoffoberflächen, wie sie gehäuft in den Wintermonaten unter Einfluß der verringerten Luftfeuchte entstehen, zu einer erhöhten Anziehung unterschiedlich geladener Partikel und Flächen führen. Turbulente Strömungen der Luftzirkulation im Raum (z.B. an Bilderrahmen, Wandleuchten, Deckendosen u.ä.) können durch Aufpralleffekte sichtbare Muster einer erhöhten Oberflächenbelegung erzeugen. UrsachensucheFür die Ursachensuche werden neben den physikalischen in besonderer Weise chemische Faktoren überprüft. Dazu werden Wischproben von inerten Oberflächen wie Fensterscheiben, die sichtbar den Fogging-Niederschlag erkennen lassen, entnommen und auf ausgewählte Substanzgruppen schwerflüchtiger organischer Verbindungen analysiert. Die ergänzende Untersuchung des Hausstaubes auf die gleichen Parameter lässt im Vergleich zur Wischprobe Aussagen über mögliche Quellen bzw. den Transportpfad der erfassten Substanzen zu. Zur besseren Beurteilung wird zusätzlich eine visuelle und optische Charakterisierung der Wischprobe und des Extraktes vorgenommen, bei dem die Gleichmäßigkeit der Belegung und die Schwärze der Belegung als Maß für die Fogging-Intensität und die Lichtabsorption des Extraktes als Hinweis auf Feinstaub in der Probe bewertet werden:
(Auszug aus ARGUK-Prüfbericht)
Als weiteren Parameter wird die „extrahierbare Flächenbeladung“ aufgenommen als Gesamtgehalt an fogging-aktiven Substanzen. Die ergänzende Untersuchung des Hausstaubes lässt im Vergleich zur Wischprobe Aussagen über mögliche Quellen im Fußbodenbereich bzw. den Transportpfad der erfassten Substanzen zu. Das Untersuchungsprogramm von Wisch- und Hausstaubprobe umfasst folgende Stoffgruppen:
Wischprobe: Konzentration in µg/m², Bestimmungsgrenze 0,1µg/m² Hausstaub: Konzentration in µg/g; Bestimmungsgrenze 1 µg/g * in Überarbeitung
ARGUK-Orientierungswerte Zur Beurteilung einer Schadstoffbelastung in Innenräumen existieren bis auf wenige Ausnahmen keine Grenz- oder Richtwerte. Deshalb wird auf statistisch abgeleitete Orientierungswerte (ARGUK-Orientierungswerte OW) zurückgegriffen, die nicht toxikologisch begründet, sondern unter dem Aspekt der Schadstoffverringerung zu verstehen sind. Sie bedeuten keine Grenz- oder Richtwerte. Das Auftreten gesundheitlicher Beschwerden kann allein mit einer Überschreitung des Orientierungswertes nicht in Zusammenhang gebracht werden.
OW I: Dieser Orientierungswert leitet sich von dem 50er Perzentil der Messwertverteilung eines nicht anlassbezogenen Proben-Kollektivs ab, d.h. 50% aller Messwerte liegen unterhalb dieser Größe. Der Orientierungswert OW I kann als Normalwert oder als Durchschnittsbelastung angesehen werden. OW II: Dieser Orientierungswert leitet sich von dem 90er Perzentil der Messwertverteilung eines nicht anlassbezogenen Proben-Kollektivs ab, d.h. 90% aller Messwerte liegen unterhalb dieser Größe. Bei Überschreiten des Orientierungswertes OW II ist eine Belastung als auffällig und erhöht einzustufen.
Für die überwiegende Anzahl der Einzelstoffe in der Wischprobe gibt es jeweilige Normal- und Auffälligkeitswerte. Hinweis: Die angegebenen Orientierungswerte beziehen sich ausschließlich auf die hier verwendete Methode.
Blindwertkontrollierte Wischtücher Die Entnahme von Wischproben sollte ausnahmslos mit blindwertkontrollierten Wischtüchern vorgenommen werden. Wir bitten um Verständnis, dass zukünftig nur noch solche Wischtücher, die durch das ARGUK-Umweltlabor blindewertgeprüft wurden, für die Bestimmung von Fogging-Parameter angenommen werden. (Blindwertkontrollierte Wischtücher können hier angefordert werden.)
Kombination Wischprobe - Hausstaub
Allein durch die Untersuchung einer Wischprobe von auf Fenster- oder Wandflächen beaufschlagten Stoffen lässt sich lediglich eine Aussage über luftgetragene Substanzen ableiten. Eine Quellenzuordnung kann daraus nicht erhalten werden. Im Hausstaub reichern sich hingegen nicht nur schwerflüchtige organische Verbindungen an, die über den Luftpfad eingetragen werden. Es werden auch Stoffe aufgenommen, die von der Bodenfläche (z.B. Parkett, Linoleum, Laminat) abgegeben werden. Aus der Verteilung der einzelnen Fogging-Substanzen zwischen der Raumluft (Wischprobe) und den Partikeln (Hausstaub) kann daher eine Beurteilung der Quellenbeteiligung an den Fogging-Risikostoffen abgeleitet werden. Bei Verdachtsmaterialien (Wandfarbe, Heizkörperlack, Kerzen, Kleber) können auch Materialproben auf die typischen Fogging-Substanzen untersucht werden.
Untersuchungs-PrioritätAus der vorstehenden Betrachtung ergibt sich folgende Abstufung in der qualitativen Aussagekraft folgender Untersuchungsmöglichkeiten:
Die Untersuchung umfasst die Analyse der Probe, den Prüfbericht sowie die Bewertung der Untersuchungsergebnisse. Für die Entnahme der Wischprobe wird ein blindwertgeprüftes Zellstofftuch zugesandt (im Preis enthalten), Hinweise zur Probenahme finden Sie hier. Bei Fragen setzen Sie sich mit uns telefonisch unter
in Verbindung oder benutzen Sie unser
Wir beraten Sie gerne und machen Ihnen bei Bedarf ein schriftliches Angebot. Ihr Ansprechpartner: Dr. Wigbert Maraun ARGUK Umweltlabor GmbH Krebsmühle 1 61440 Oberursel
Links: UBA: http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/2276.pdf VDI: http://www.umweltanalytik.com/daten/Fogging.pdf ARGUK: http://www.arguk.de/leistungen/leistunginnenraum.htm
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